Verhaltensbiologische Untersuchung der Fische mittels Telemetrie

Information zur bevorstehenden verhaltensbiologischen Untersuchung von Fischen mittels akustischer Telemetrie beim Kraftwerk Wildegg-Brugg

Das Kraftwerk Wildegg-Brugg der KWWB Villnachern AG (KWWB) ist nach den Bestimmungen des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) und des Bundesgesetzes über die Fischerei (BGF) hinsichtlich Geschiebehaushalt und Fischwanderung zu sanieren. Ein grosses Teilprojekt ist die Massnahmenplanung zur Sanierung des Fischabstiegs beim Maschinenhaus, welche die Durchführung eines technischen Vorprojektes und eine verhaltensbiologische Studie zum WanderverhaltenderFischeenthält.DiesesPilotprojektwirdbeimKWWBvon2019-2021 unter Dachherrschaft des Verbandes Aare-Rheinwerke (VAR) durchgeführt.

 

Ausgangslage

Fische können beim Abstieg durch die Turbine verletzt werden. Ein weit verbreiteter Lösungsansatz von Massnahmen zur Sanierung des Fischabstieges an kleinen Kraftwerken sind Leitrechen mit geringenStabweiten.FürgrösseremitteleuropäischeFlusskraftwerke,wiedasKraftwerkWildegg- Brugg hingegen, ist der Einsatz von Rechen mit kleinen Stabweiten nicht möglich. Eine mögliche Lösung für grössere Kraftwerke besteht im Einsatz von sogenannten Bar-Racks, einem Rechen mit grösseren Stababständen und voraussichtlich guter Leitwirkung. Die technische Machbarkeit wird in einem Projekt durch den Verband Aare Rheinwerke im Auftrag des Bundes abgeklärt.

Gleichzeitig sollen mittels einer Studie beim KWWB verschiedene Abwanderkorridore und die Positionierung der Fische in der Wassersäule untersucht werden. Allenfalls ergeben sich durch dieses neueWissenanderealternativeMassnahmenzumBar-Rack. DazusolleinPilotversuchmitderin Europa wenig bekannten Methode der akustischen Telemetrie durchgeführt werden.

 

Versuchsaufbau

Mit den Untersuchungen soll das kleinräumige Verhalten von Fischen während ihrer Abwanderung am Maschinenhaus des Kraftwerks Wildegg-Brugg untersucht werden. Zu diesem Zweck werden den Fischen Sendermarken in die Bauchhöhle implantiert (vgl. Abb. 1 ), die akustische Signale aussenden, welche von Hydrophonen erfasst werden. Durch eine 3-dimensionale Darstellung der Wanderbewegungen mittels einer bestehenden Software wird ein räumlicher und zeitlicher Einblick in die Verhaltensbiologie der Fische ermöglicht.

 

Fang und Besenderung der Fische

FürdenVersuchistdieBesenderungvonca.1000 Fischenvorgesehen.AlsLeitfischartenwurdendie Barbe und der Alet gewählt, da diese zwei bekannten Wanderfischarten in der Aare bei Wildegg- Brugg in hoher Zahl vorkommen. Es ist aber auch in kleinem Masse die Besenderung anderer vorkommender Fischarten der Aare vorgesehen. Gefangen werden die Fische mittels Elektrofanggeräten vom Boot aus und mittels Reusen in den Fischaufstiegshilfen beim KWWB und beimKraftwerkRupperswilAuenstein(KRA).BefischtwerdendieBereicheumdasMaschinenhaus des KWWB und die Fliessstrecken zwischen Auenstein und Brugg. Nach dem Fang werden die Fische möglichst ohne lange Zwischenhälterung narkotisiert, besendert und wieder ins Gewässer zurückgesetzt.

 

Zeitraum

Die Installation der Hydrophone im Fluss findet ab dem 1. März 2019 statt. Der Fang und die BesenderungderFischeerfolgtabdem1.Juni2019. InsgesamtläuftderVersuchüber2Jahre.

 

Senderfunde

Sollten Sie beim Angeln einen Fisch mit einem implantierten Sender fangen, wären wir froh, wenn Sie den Sender mit Angaben (Fischlänge, Fangtag und Fangort) an eine der unten aufgeführten Adresse sendenkönnten.DieseAngabensindfürdiegesamtheitlicheInterpretationdesVersuchsvongrosser Bedeutung. Dafür werden Sie mit CHF 20 entschädigt.

 

Axpo Power AG
Engineering Hydroenergie & Biomasse Ressort Gewässerschutzgesetz
z.H. Daniel Winiger
Parkstrasse 23
5401 Baden

 

Peter Fishconsulting Armin Peter Hagmattstrasse 7 4600 Olten

Bei Fragen können Sie sich an Ricardo Mendez (056 200 35 73, ricardo.mendez@axpo.com) oder Daniel Winiger (056 200 59 50, daniel.winiger@axpo.com) wenden.

 

 

Nachhaltiger Fischbesatz in Fliessgewässern

Nachhaltiger_Fischbesatz.pdf
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