Der heilige 1. März

Fariowetter 2019

Die Vorfreude auf die Eröffnung stieg stetig an bis das Forellenfieber schlussendlich ganz zum Ausbrechen kommen sollte. Der Februar ist traditionell ein eher Fischer unfreundlicher Monat, da sich einige beliebte Fischarten in der Schonzeit befinden. Zudem lag das Eisfischen schon wieder eine gefühlte Ewigkeit zurück. Aber alles der Reihe nach.....

 

Wie im 2018 sollte auch das Wetter im 2019 eher auf der herausfordernden Seite sein, so die Wettervorhersage. Der Radar zeigte, dass es zumindest in den frühen Morgenstunden noch trocken bleiben sollte. Pünktlich um 06.30 trafen die ersten Kollegen in der Dunkelheit ein. Also kein Stress, noch easy einen Schwatz abhalten und die Rute langsam klarmachen. Der nun auffrischende Wind gestaltete die Fischerei mit den langen Ruten nicht gerade als angenehm. Ein Biss konnte unter Umständen nicht erkannt werden. Zudem verschlammten die Maden und Würmer regelmässig bei der grundnahen Fischerei. Und dann kam der Regen. Das eher passive Schwemmen im starken Regen und Wind hat uns zu einem Spotwechsel motiviert. Da waren wir nur noch zwei von vier.

 

Ziel war, die Rotgetupften bei der aktiven Fischerei mit Kunstködern zu finden. In der Flut von Himmelstränen - ja der Petrus meinte es gut mit den Petrijüngern - gelangten wir per Pedale ins andere Revier. Entgegen unserer Erwartungen fanden wir lediglich einen anderen Fischer vor, der sich aber schon bald aus dem Regen ins Trockene machte. Also verteilten wir uns an diesem Lauf. Ich oben, der Kollege unterhalb. Und schon drehten sich die Spinner im Wasser. "Heute ist Fariowetter" meinte ich noch zu Beginn des Regens in heiterer Runde. Aber nun in triefender Nässe, na klar jetzt erst recht. Das sonst so oft repetierte Auswerfen und Einholen gegen, quer und mit der Strömung ohne Erfolg wurde heute aber wie aus dem Nichts völlig unerwartet unterbrochen. Beim Dritten Einziehen des Metalls gab es ein heftigen Ruck in die Rute und schon Blitze die silberne Flanke des Zielfisches zwei Meter vor meinenFüssen auf. Die Bremse war gut eingestellt denn schon schiesst das Geschoss mit zwei rasanten Luftsprüngen quer übers Wasser weg. Bloss nicht die Nerven verlieren, wie oft gingen schon schöne Kaliber mit ihrer wirkich atem(be)raubenden Akrobatik verloren. Am Vorabend hatte ich noch den Einzelhaken inspiziert und driftete sogleich in eine Bilderreise vergangener Verlusterlebnisse ab. Nein, das wird schon gehen, hab Vertrauen.

 

Das Feumern gelang dann fast auf Anhieb und der erwartete Schneider war passé. Es goss immer noch wie aus Kübeln. Fariowetter. Das Massband zeigt gute 45 cm an. Ein schnelles Foto in der Nässe und weiter gehts 10 Meter aufwärts. Noch voller Adrenalin und in Gedanken an das Geschehene, gerade wieder in der Repetition der Würfe, knallte etwas starkes doch sogleich wieder auf den Spinner. Wieder bangen wegen des Einzelhakens. Wenigsten keine Salti mehr. Erstaunlicherweise gelang das Feumern auf Anhieb und, der Haken sass gut. Eine wohlgenärte Flussforelle mit 48 cm durfte mit zur anderen ins Körbchen. Das entspricht ganz und gar nicht den Erfahrungen vieler Fischerkollegen bei uns im Revier. Eine Forelle zu fangen bedarf oft vieler, vieler Stunden am Wasser. Aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein kann belohnt werden - nciht das erste Mal. Fariowetter eben.

 

Der Tag war für mich nun mehr als gerettet. Wir entschieden uns noch weiter abwärts Strecke zu absolvieren. Doch hier liess sich Nichts mehr machen. Die Norm hatte uns bis zum Mittag wieder eingeholt. Hungrig radelten wir zurück ins Dorf zum Zmittag. Die nachmittägliche Fariopirsch blieb standardgemäss nicht erfolgreich. Aber die Saison hat ja eben erst angefangen...

 

Der Web-Admin / 1.3.2019